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Wie schön hier die Ruhe und die ungestörte Natur ist

,...dachte ich gerade, als mir die neue Y-Trasse wieder eingefallen ist!

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Wir sind gegen Neubautrassen!

Aktionsbündnis für die Ostheide AFDO e.V.

Die Deutsche Bahn hatte eine Hochgeschwindigkeitstrasse für den Güter- und Personenverkehr quer durch die Landkreise Harburg – Lüneburg – Uelzen geplant, die auf 300 km/h ausgelegt war. Bekannt ist das Bahnprojekt auch als Alternative zur Y-Trasse.

Direkt betroffen wären u.a. die Ortschaften Velgen, Bornsen, Oldendorf II, Schier, Natendorf, Haarstorf, Wessenstedt, Hohenbünstorf, Vinstedt, Melzingen/Immenhof, Wittenwater, Bohlsen, Hansen, Böddenstedt, Veerßen und weitere zahlreiche Ortschaften in den Land-kreisen Lüneburg und Harburg.

Hintergrund: Die Bahn ist vom Bundesverkehrsminister beauftragt, Alternativen zu der bereits vor Jahren geplanten Y-Trasse, die sich im Raum Rotenburg – Walsrode am Widerstand der Bürger und Gemeinden festgebissen hat, zu entwickeln.

Nun hat die Bahn 6 Alternativen zur Y-Trasse vorgestellt, die Im Forum in Celle im Zeitraum von Februar bis November 2015 fachlich diskutiert und schlussendlich alle mit deutlicher Mehrheit durch das Forum verworfen worden sind:

  • Einen Ausbau der Bestandsstrecke Winsen – Lüneburg – Uelzen – Celle- Hannover mit weiteren Gleisen.
  • Den Neubau einer Güterverkehrsstrecke zwischen Maschen – Soltau – Celle (im Norden parallel zur A 7).
  • Den Neubau einer zweigleisigen Hochgeschwindigkeitsstrecke für den Güter- und Personenverkehr von Ashausen über Harburger und Lüneburger Dörfer weiter über Velgen/Bornsen, Schier, Wessenstedt, Vinstedt, Melzingen/Immenhof, Bohlsen / Hansen, Böddenstedt bis nach Suderburg mit der Südumfahrung Uelzen als Anschluss an den Veerßer Bogen. Außerdem dessen Anschluss an die Amerikalinie in den Westen über Veerßen, Melzingen/Immenhof, Wittenwater, Ebstorf und Altenebstorf – siehe Plan.

Im Ergebnis würde sich die Lebensqualität der in unserer Region lebenden Menschen irreparabel verschlechtern. Daher gibt es nur ein Mittel: Bürger müssen sich wehren! Und das haben Sie im Forum erfolgreich und konstruktiv getan. Ein wichtiger Schritt war die Gründung einer Bürgerinitiative. Ende September 2014 hatte sich das Aktionsbündnis für die Ostheide e.V. (AFDO e. V) gebildet. Das Aktionsbündnis hat sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit allen betroffenen Anwohnern und einem Netzwerk aus weiteren Initiativen aus der Region die geplanten Neubaustrecken zu verhindern. Dieses Ziel konnten wir nur mit Einigkeit und Geschlossenheit erreichen – denn die Bahn und einige kommunale wie auch andere Organisationen waren im Forum große Gegner, die aber nicht unschlagbar gewesen sind.

Daher konnten wir mit dem Bürgerbündnis Nordheide e.V. in den Landkreisen Harburg und Lüneburg sowie vielen anderen regionalen Bürgerinitiativen eine enge Zusammenarbeit vereinbaren. Somit ergab sich eine geschlossene Protestkette von Ashausen im Norden bis Suderburg im Süden, von Uelzen im Osten bis in den Raum Verden – Rotenburg / Wümme im Westen.

Was wurde in Celle mit deutlicher Mehrheit erreicht?

Dialogforum Schiene Nord sprach sich mit deutlicher Mehrheit

für die „Alpha-Variante E“ aus

Bedarfsgerechter Ausbau von Bestandsstrecken für den Schienen-Güterverkehr

zwischen Bremen, Hamburg und Hannover so möglich

Das Abschlussdokument des DSN wurde auf der letzten Sitzung am 5.11.2015 von einer großen Mehrheit der anwesenden Teilnehmer unterzeichnet. Die gemeinsam vorbereitete Abschlusserklärung des Dialogforums Schiene Nord in Celle sieht folgendes vor: Die unterzeichnenden Delegierten sprechen sich darin für den bedarfsgerechten Ausbau von Bestandsstrecken als Vorzugsvariante zur Entlastung des Hafenhinterlandverkehrs in Norddeutschland aus. Mit der klaren Entscheidung für die „Alphavariante E“ (= ERWEITERT) als Vorzugstrasse entfallen alle anderen im Dialogforum diskutierten Trassenvarianten und werden nicht weiter verfolgt. Die Kartenskizze zeigt den Verlauf des gesamten Projekts:

Landrat Dr. Heiko Blume fasste die Arbeit in seiner Abschlussrede vor der Unterschriftsleistung wie folgt zusammen: „Zu dieser konstruktiven Lösung haben wir in einem sehr intensiven und sachorientierten Dialog mit den Vertretern von Bahn, Bund und beteiligten Ländern sowie sachverständigen Gutachtern gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen, Kommunen und Bürgerinitiativen gefunden, die bei der großen Mehrheit der Beteiligten einen breiten Konsens findet. Das Dialogforum Schiene Nord hat gezeigt, wie sinnvoll und notwendig gerade für geplante Großprojekte ein frühzeitiger und ergebnisoffener Dialog auf Augenhöhe mit allen betroffenen Interessengruppen sein kann. Dass wir in diesem Prozess zu einer solch konstruktiven Lösung gefunden haben, hätte ich zu Beginn des Dialogforums nicht erwartet.“ Damit ist das Dialogforum zu einem Meilenstein bei der Umsetzung von Großprojekten geworden. Es fiel sogar der Begriff „historisch“; das Ergebnis ist damit auch zum Maßstab für die Politik geworden und ein Beispiel dafür, wie man in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern zur konfliktärmeren Lösung von Großprojekten kommt.

In einer gemeinsamen Erklärung sind die Bedingungen, auf die sich die Unterzeichner im Rahmen des Dialogprozesses verständigt haben, um die Zustimmung in der Region zu erhalten, detailliert festgehalten. Dazu zählen u. a. ein bestmöglicher Lärmschutz, ein nachhaltig leistungsfähiger Ausbau des Verkehrsnetzes auch für den regionalen Schienenpersonenverkehr sowie die Einrichtung eines von Bund und Land getragenen Fonds für Ausgleichsmaßnahmen in betroffenen Kommunen. Die Planungshoheit der Kommunen bleibt gewahrt und sie werden als Träger der Straßenbaulast nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz finanziell entlastet, wenn es zu Ausbaumaßnahmen im Falle von Bahnübergängen kommt. Außerdem soll ein Projektbeirat zur Begleitung des gesamten Umsetzungsprozesses eingerichtet werden.

Kernidee der Alpha-Variante ist der Ausbau bestehender Strecken, wie etwa der Bau eines dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen, die Ertüchtigung der West-Ost-Verbindung, der sogenannten „Amerika-Linie“, die zwischen Langwedel und Uelzen elektrifiziert werden soll. Damit einhergehend sollen weitere Strecken bedarfsgerecht einbezogen werden, um die bereits heute phasenweise überlasteten Hauptrouten in Nord-Süd-Richtung zu entlasten. Die Variante erfüllt die Kapazitätsanforderungen bis 2030, auftretende Kapazitätsengpässe können durch Umroutungen = Umleitungen auf nicht ausgelastete DB-Strecken aufgelöst werden. Damit ist deutlich, das Damoklesschwert einer Vernichtung unseres Naherholungsgebietes im Steinbeck, die Zerschneidung des Stadtwaldes und des Streifens zwischen Hansen und Veerßen sowie zwischen Hansen- Böddenstedt-Hamerstorf ist vom Tisch.

Das Abschlussdokument übergaben dann je ein Vertreter der Kommunen und der Bürgerinitiativen an Minister Olaf Lies als zuständigem Landesminister, an Staatssekretär Enak Ferlemann vom Bundesverkehrsministerium und an Dr. Volker Kefer von der Deutschen Bahn AG. Die jetzt favorisierte Vorzugsvariante soll nach dem Willen der Mehrheit des Forums in den nächsten Bundesverkehrswegeplan (BVWP) des Bundesverkehrsministeriums aufgenommen werden, was der Staatssekretär zur Freude der zugestimmt habenden Delegierten und der 300 bis 400 vor dem Kongresszentrum wartenden Teilnehmer der Großkundgebung in seiner Rede zusicherte. Auch Dr. Kefer betonte von Seiten der Bahn, dass die DB mit diesem Kompromiss leben könne, denn es ermögliche jetzt sofort ans Werk gehen zu können, ohne dass man wie bei der alten Y-Trasse 25 Jahre warten müsse und immer noch sei nichts geschehen.