Kurzbericht zum Heidegipfel
Großes Einvernehmen und klare Worte beim Heidegipfel in Bispingen
Die Bürgerinitiativen der betroffenen Regionen für die Neubaustrecke der Bahn hatten am 17. August zu einem Treffen eingeladen, um noch einmal deutlich zu zeigen, was sie von den Plänen der DB halten. Mehr als 100 Gäste aus Politik, kommunalen Körperschaften, Umweltverbänden und Bürgerinitiativen waren in die Betriebshalle eines Landwirts gekommen, dessen Gebäude von der Trasse zerstört und die Betriebsflächen zerschnitten würden, wenn sie denn gebaut wird.
Die Organisation der Veranstalltung inklusive eines hervorragenden Caterings war perfekt. Hochachtung und herzlichen Dank dafür!!! In dieser geglückten Atmosphäre referierte der Sprecher des Projektbeirats Alpha-E, Herr Dr. Peter Dörsam, in lebhaften und eindringlichen Worten zu Beginn über die Grundlage und Idee des Schienenprojekts. Anschließend stellte der Niedersächsische Wirtschaftsminiter, Herr Grant Hendrik Tonne, die Position seines Hauses und die der Landesregierung in klaren Worten heraus. Man sei gegen den Neubau, weil die Trasse nun auch nach Eingeständnis der DB keine Bündelung von Verkehrswegen sei, sondern mitten durch die Heide führe und dadurch für Mensch, Natur und Siedlungsstruktur großflächige Eingriffe und Schäden bedeute. Er plädierte dafür, dass vor dem Entscheid im Bundestag eine Raumverträglichkeitsprüfung abgeschlossen sein müsste. Eine notwendige Verbesserung der Schieneninfrastruktur sei nur durch Akzeptanz zu erreichen, wie es im Kompromiss beim Schienenforum 2015 in Celle erreicht worden ist. Diesen Weg hat die DB mit ihrer Präsentation kurz vor der allgemeinen Sommerpause verlassen. Bezogen auf die Ankündigung einer neuen DB-Führung seitens des Bundesverkehrsministers müsse die neue Bahnspitze Dialogbereitschaft und Problembewusstsein für die Lage vor Ort zeigen und in einer anderen Kommunikationsstrategie den Alpha-E-Kompromiss zum Ausbau des Bestands wieder ins Auge fassen, um die Möglichkeit zu nutzen zeitnah durch Ertüchtigung von Teilstrecken auf dem Bestand Entlastung zu schaffen. Perspektivisch wäre ein Neubau ggf. zum Ende der 30iger Jahre erst betriebsbereit.
Der Wahlkreisabgeordnete Bundesfinanzminister Lars Klingbeil war terminlich verhindert und so wurde seine Einlassung verlesen. Klingbeil betonte, ein Ausbau der Infrastruktur sei notwendig, um die Überlastung auf dem Bestand zu reduzieren, aber das gehe nur, wenn das Vertrauen in Beteiligungsprozesse wie dem Dialogforum erhalten bleibe und wenn eingegangene Kompromisse, die dort mit großer Mehrheit erarbeitet worden sind, nicht mit einem Federstrich wieder abgeräumt würden.
In weiteren Stellungnahmen durch die Wahlkreisabgeordnete Vivian Tauschwitz, den Vertreter der Bürgerinitive UNSYNN, den stellvertretenden Präsidenten der Landesjägerschaft und die stellvertretende Vorsitzende des NABU Niedersachsen Giesela Wilcke wurden die Planungen und das Verhalten der DB massiv kritisiert. Man sehe die Planung als Rückschritt für Klimaschutz, Erhalt von Flora und Fauna und als einen Vertauensverlust in eine faire Planung, die Wege aufgezeigt habe, damit durch Arbeiten an Teilstrecken rasch eine Entlastung des Bestands stattfindet. Doch 10 Jahre lang hat sich nichts außer der Natur und Landschaft zerstörenden Neubautrasse getan. Deshalb müsse von diesem Gipfel ein deutliche und starkes Signal ausgehen, dass die DB ihre Planung stoppt und wieder zum Alpha-E-Kompromiss zurückkehrt. Die Entschließung von Celle war ein Versprechen an die Natur, an die Menschen und an kommende Generationen. Dieses Versprechen dürfe nicht gebrochen werden!
Um den Eindruck noch zu verstärken einige Bilder als Momentaufnahmen:
Am 19.08.berichtete die AZ ganzseitig unter diesem Link:
Die folgende Erklärung wurde 103 Anwesenden unterschrieben. Davon 2 MdB, 5 Mdl, 2 Landräte, 15 Bürger- Ortsbürgermeister oder Ortsvorsteher, 12 Mitglieder Stadt- Gemeinderat, 2 Patei-Mitglieder aus Kreisverbänden, 2 Vors. Kreisverband des Landvolks, 1 Vertreter BUND, 3 Vertreter NABU, 48 Vertreter von Bürgerinitiativen, 11 Sonstige
Anlage_4_Bispinger_Erklaerung 2